Aktuelles vom 23.10.2011
Gedenkveranstaltung "188"
Am Sonntag, den 23. Oktober 2011 fand die diesjährige Gedenkveranstaltung "188" anlässlich des 67. Jahrestages der Errichtung des Konzentrationslagers Engerhafe, Kommando Aurich-Neuengamme statt. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit der ev.-luth. Kirchengemeinde Engerhafe vorbereitet und durchgeführt. Sie fand in der Kirche, im Gulfhof und im alten Pfarrhaus statt.
18.00 Uhr Gedenkstunde -
Kirche St. Johannes der Täufer Engerhafe
Begrüßung
Pastor Dr. Detlef Dieckmann-von Bünau mehr ...
"Warum ich hier bin"
Superintendent Tido Janssen mehr ...
Totengedenken
Carl Osterwald
1. Vorsitzender des Vereins Gedenkstätte KZ Engerhafe mehr ...
Verlesung der Namen der 188 Opfer
und Entzünden von 188 Kerzen mehr ...
Totenehrung und Gang mit den 188 Kerzen
zum Mahnmal auf dem Friedhof
Segensbitte durch Pastor
Dr. Detlef Dieckmann-von Bünau mehr ...
Musikalische Umrahmung
durch das Collegium Musicum Aurich
Die Möglichkeit zur Besichtigung der Ausstellung im historischen Pfarrhaus
und zum Abschluß zu Gesprächen beim Tee im Gulfhof Ihnen wurde ausgiebig
genutzt.
Die Resonaz von Seiten der 130 teilnehmenden Gäste war überaus positiv,
ebenso wie das sehr umfangreiche Presseecho.

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Brief von Herrn Gero Conring
Hage, 23.10.2011
Lieber Herbert Müller,
ich komme gerade zurück aus Engerhafe und muss kurz zu Papier bringen, wie sehr mich das Gedenken an die 188 Opfer beeindruckt hat. Sehr eindrücklich waren die Worte von Tido Janssen: "Die Würde des Menschen ist antastbar! Sie war es damals – sie ist es heute! Machen wir uns nichts vor!" und von Carl Osterwald: " Man gab ihnen Nummern, namenlos sollte das Elend sein. Man nahm ihnen das Leben, nie-mand gibt es ihnen zurück! Es ist aus! Es bleiben Klage und Trauer! Wir dürfen sie niemals vergessen!" Wirklich mitgenommen hat mich das Verlesen der 188 Namen, das Entreißen aus der Namenlosigkeit, das Gedenken an jeden Einzelnen. Das Hin-austragen des Lichtes an die Stätte der Beerdigung (mag es in Wirklichkeit ein Ver-scharren im Massengrab gewesen sein) war sicherlich nochmals ein wichtiger emo-tionaler Punkt.
Nach dem vormittäglichen Vortrag in Emden zum Thema "Leben im Ghetto Lodz", eine präzise Wiedergabe der historischen Gegebenheiten, wirkte die abendliche Veranstaltung in Engerhafe wie ein emotionales Fanal. Möge diese Veranstaltung wirklich eine Veränderung bewirken, einen Aufbruch zu neuem Erinnern.
Alles Gute für den Verein Gedenkstätte KZ Engerhafe!
Liebe Grüße aus Hage von
Gero Conring
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